Leseprobe

„Na, geht es wieder?“

Der Arzt blickt auf mich herab. Ich liege rücklings auf dem sterilen Praxis-Fußboden, und der Doktor hält meine Beine senkrecht hoch. Ich schüttele den Kopf.

„Ein bisschen brauche ich noch.“

Kurz darauf kann ich mich aufsetzen. Die ganze Geschichte von vor sieben Jahren ist plötzlich wieder da. Dabei habe ich gedacht, mit dem Thema wäre ich fürs Leben durch.

Denkste.

 

An diesem späten Freitag Nachmittag bin ich der Letzte in der Röntgenpraxis.

Vor einigen Tagen bin ich endlich mal zum Arzt gegangen, wegen meiner Kopfschmerzen, vor allem auf der rechten Schädelseite. Nicht erst zum Hausarzt, sondern gleich zur Neurologin. Meine Freundin ist Krankenschwester und empfiehlt mir eine Ärztin, die sie aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Klinik kennt. Mittlerweile hat sie sich in Bielefeld niedergelassen.

Ein guter Tipp, schließlich nimmt sich Frau Dr. Schulz sehr viel Zeit für mich. Sie gibt sich Mühe, meinen Alltag zu durchleuchten. Stress könnte eine Ursache für Kopfschmerzen sein, vor allem dauerhafter.

Sie gibt mir tausend Tipps für eine bessere Lebensweise, ehe sie abschließend doch verordnet, die medizinische Seite abzuklären. Schließlich sind mehrere Jahre Kopfschmerz kein Pappenstiel. Sprich: Ich soll eine Kernspin-Untersuchung machen.

Das tue ich, voller Erwartung, dass nichts dabei heraus kommen würde. Ich habe ja auch so gute Tipps bekommen, die zu befolgen ich mir fest vornehme.

Also lege ich mich entspannt in die Röhre. Das Geratter klingt ein bisschen wie Techno – meine Lieblingsmusik. Es dauert eine gute halbe Stunde, dann bin ich fertig. Guter Dinge schwinge ich mich vom Tisch und setze mich kurz in den Wartebereich, ehe mich ein Arzt ruft.

 

„Da ist etwas in Ihrem Kopf, was da nicht hingehört.“

Die Worte sitzen. Und die Bilder dazu sind ein eindeutiger Beleg. Auf der linken Seite meines Hirns ist ein weißer Fleck, etwa so groß wie ein Hühnerei. Selbst ich als Laie sehe ohne Probleme, dass etwas nicht stimmt.

Genaueres lässt sich der Doktor auf meine Nachfragen nicht entlocken. Zum einen, weil er noch nicht alle Bilder genau gesehen hat und der genauen Einschätzung meiner Neurologin nicht vorgreifen will. Sagt er jedenfalls.

Zum anderen hat er wohl beobachtet, wie geschockt ich bin. Obwohl ich sitze, merke ich, dass mein Blut Richtung Süden sackt.

 

„Wollen Sie sich kurz auf den Boden legen?“

Ich nicke, und so geben wir zwei am Freitag Nachmittag das oben beschriebene komische Bild ab.

 

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